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The Data Economist Blog (DE) | Etablierung einer Data Inspired & Digital Culture

Das Hub & Spoke Modell: Wegweiser zur Data Inspired Organisation

Warum das Hub & Spoke Model eine gute Idee ist die Organisation zur einer Data Inspired Culture zu transformieren.

In der digitalen Transformation gewinnt das Datenmanagement zunehmend an Bedeutung, als Voraussetzung einer erfolgreichen Nutzung von Data Analytics und AI. Doch wie wird eine Organisation wirklich "Data Inspired"? Ein erfolgversprechender Ansatz ist das Hub & Spoke Model, das Unternehmen hilft, dateninspiriert zu agieren und gleichzeitig die Reife der Organisation schrittweise zu entwickeln, ohne die Menschen und Organisation zu überfordern. In diesem Artikel beleuchte ich, wie das Hub & Spoke Model als Entwicklungshelfer zur Data Inspired Company fungiert und wie es Sie auf dem Weg zu einer crossfunktionalen und agilen dateninspirierten Organisation unterstützt.

Definition | The Data Economist

Data Inspired Organisation bezeichnet eine Organisation, in der Daten neue Fragen, Produkte und Geschäftsmodelle anstoßen, statt nur bereits gefallene Entscheidungen nachträglich zu belegen. Sie unterscheidet sich von einer rein kennzahlgesteuerten Organisation durch den Primat des menschlichen Urteils: Daten liefern den Impuls, die Entscheidung verantworten Menschen. Ihre drei Voraussetzungen sind eine belastbare Dateninfrastruktur, Datenkompetenz in der Breite der Belegschaft und eine Führungskultur, die Widerspruch aus den Daten zulässt. Das Hub & Spoke Model beschreibt den Entwicklungsweg dorthin, vom zentralen Hub über crossfunktionale Spokes bis zur Domänenverantwortung im Data Mesh.

Begriff geprägt von Marco Geuer, The Data Economist, 2024.

1. Startpunkt: Der zentrale Impuls – Hub als initialer Motor

Der Weg zur Data Inspired Company beginnt im Zentrum – dem Hub. Dieser zentrale Punkt fungiert als Ausgangspunkt und Impulsgeber, von dem aus alle datenbezogenen Initiativen ausgehen. Hier bündeln sich Expertenwissen, Datenkompetenz und strategische Entscheidungen. Der Hub ist die Basis für alle weiteren Schritte und stellt sicher, dass Dateninitiativen kohärent und zielgerichtet entwickelt werden.

Im Hub wird eine solide Dateninfrastruktur aufgebaut, die den Rahmen für die dateninspirierten Transformation setzt. Der Fokus liegt darauf, zentrale Datenquellen zu etablieren, Datenqualität zu sichern und erste datengestützte Entscheidungen zu treffen. Dieser zentrale Impuls schafft die notwendige Grundlage für die nächste Phase – die Ausbreitung in die Organisation.

2. Die Evolution: Crossfunktionale Teams als Speichen (Spoke)

Sobald der Hub etabliert ist, erfolgt der nächste Schritt: die Ausdehnung in die Breite der Organisation. Hier kommen die sogenannten "Spokes" ins Spiel. Diese crossfunktionalen Teams repräsentieren die verschiedenen Unternehmensbereiche und agieren als Speichen, die mit dem Hub verbunden sind.

In dieser Phase wird der Grundstein für eine umfassende Datenkultur gelegt. Die Spokes fungieren als Botschafter des Hub-Wissens, passen datengetriebene Ansätze an ihre spezifischen Bedürfnisse an und treiben innovative Projekte voran. Ein zentraler Aspekt dieser Phase ist die gemeinsame Entwicklung der ersten Datenprodukte. Crossfunktionale Teams arbeiten zusammen, um Datenprodukte zu erstellen, die unmittelbar Wert für die Organisation und ihre Kunden generieren. Dabei wird der Kunde frühzeitig in den Entwicklungsprozess einbezogen, um sicherzustellen, dass die Lösungen passgenau und marktorientiert sind. Diese Datenprodukte werden kontinuierlich weiterentwickelt, um die sich ändernden Bedürfnisse der Kunden und des Marktes zu reflektieren.

Der Vorteil dieses Modells liegt in der Flexibilität: Jede Abteilung kann ihre datengetriebenen Initiativen entwickeln,  während sie gleichzeitig von der zentralen Expertise des Hubs profitiert. Darüber hinaus wird gewährleistet, dass die Initiativen komplementär abgeleitet sind von der Unternehmensweiten Data & AI Strategy. Der iterative Prozess der Entwicklung und Verbesserung von Datenprodukten stärkt die Innovationskraft und schafft gemeinsamen Mehrwert, der sowohl intern als auch extern spürbar ist.

3. Der nächste Reifegrad: Vom Spoke zum Data Mesh

Um eine wirklich "data inspired" Organisation zu werden, ist es notwendig, die Datenkompetenz weiter zu dezentralisieren. Dies wird durch die Transformation vom Spoke Model hin zum Data Mesh erreicht. In einem Data Mesh sind Daten nicht mehr nur zentral verwaltet, sondern werden von den jeweiligen Domänen selbstverantwortlich entwickelt und betreut. Jede Domäne agiert autonom und entwickelt eigene Datenprodukte, die der gesamten Organisation und deren Kunden zugutekommen.

Das Data Mesh fördert die Eigenverantwortung und die Innovationskraft innerhalb der Organisation. Es ermöglicht Teams, unabhängig und agil zu arbeiten, und sorgt gleichzeitig dafür, dass Daten und Datenprodukte übergreifend nutzbar sind. Dies steigert die Reife der Organisation in Bezug auf den Umgang mit Daten erheblich und bereitet den Weg für noch tiefgreifendere dateninspirierte Innovationen.

„Das Hub & Spoke Model ist keine Methode, sondern ein Entwicklungspfad: Es führt eine Organisation vom zentralen Hub über crossfunktionale Spokes bis zur Domänenverantwortung im Data Mesh, und passt das Tempo dabei dem Reifegrad an."

Marco Geuer, The Data Economist, Das Hub & Spoke Modell: Wegweiser zur Data Inspired Organisation, 2024

4. Reifegradorientierte Fortentwicklung: Herausforderung ohne Überforderung

Die Entwicklung hin zu einer Data Inspired Company erfordert ein sensibles Gleichgewicht zwischen herausfordernden Fortschritt und Überforderung. Das Hub & Spoke Model erlaubt es, die Organisation schrittweise zu entwickeln und gleichzeitig auf die jeweilige Reife zu achten. Es fordert die Menschen heraus, ihre Datenkompetenz kontinuierlich zu erweitern, ohne sie dabei zu überlasten.

Hierbei spielt ein umfassendes Data Literacy Programm eine zentrale Rolle. Dieses Programm begleitet die Organisation entlang des gesamten Entwicklungsprozesses und stellt sicher, dass die Mitarbeiter kontinuierlich weitergebildet und befähigt werden, mit den neuen datengetriebenen Anforderungen umzugehen. Das Data Literacy Programm fördert nicht nur das Verständnis für Daten und deren Nutzung, sondern schafft auch eine Kultur der kontinuierlichen Lernbereitschaft und Anpassung. Dadurch wird der Reifegrad der Organisation systematisch fortgeführt und die Mitarbeiter werden zu aktiven Gestaltern der datengetriebenen Transformation.

Jede Phase des Modells bietet klare Vorteile und bereitet die Organisation auf den nächsten Reifegrad vor. Indem das Tempo der Transformation an die jeweilige Reife angepasst wird und die Weiterentwicklung der Mitarbeiter durch gezielte Schulungsprogramme unterstützt wird, können Unternehmen sicherstellen, dass die Veränderungen nachhaltig sind und von der gesamten Organisation mitgetragen werden.

Fazit

Das Hub & Spoke Model ist mehr als nur eine Methode; es ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Unternehmen hilft, eine Data Inspired Company zu werden. Durch die stufenweise Einführung und Weiterentwicklung der Datenkompetenz, unterstützt durch ein robustes Data Literacy Programm, ermöglicht es eine nachhaltige Transformation, die sowohl den aktuellen als auch den zukünftigen Anforderungen gerecht wird. Unternehmen, die diesen Weg einschlagen, legen den Grundstein für eine innovative, dateninspirierte Zukunft.

Zusammenfassung

Das Hub & Spoke Model bietet mehrere Vorteile für Unternehmen, die eine "Data Inspired Company" werden möchten. Hier sind die wichtigsten Vorteile, zusammen mit einer kurzen Erläuterung:

  1. Zentraler Startpunkt und Kohärenz (Hub):
    • Vorteil: Der Hub dient als zentraler Ausgangspunkt, an dem Datenstrategien entwickelt und gesteuert werden. Er bündelt Expertenwissen, Datenkompetenz und Infrastruktur.
    • Erläuterung: Dies ermöglicht eine kohärente und zielgerichtete Einführung von Dateninitiativen, was sicherstellt, dass alle Aktivitäten auf die Unternehmensstrategie abgestimmt sind und Synergien genutzt werden.
  2. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit (Spokes):
    • Vorteil: Die Spokes repräsentieren verschiedene Abteilungen oder Teams, die in enger Verbindung mit dem Hub stehen, aber gleichzeitig ihre eigenen dateninspirierten Initiativen entwickeln können.
    • Erläuterung: Diese Struktur fördert Flexibilität, da Teams spezifische Lösungen entwickeln können, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, während sie gleichzeitig von der zentralen Expertise des Hubs profitieren.
  3. Crossfunktionale Zusammenarbeit und Innovation:
    • Vorteil: Crossfunktionale Teams, die als Spokes agieren, arbeiten zusammen, um innovative Datenprodukte zu entwickeln, die echten Mehrwert für die Organisation und ihre Kunden schaffen.
    • Erläuterung: Diese Zusammenarbeit fördert die Integration von verschiedenen Perspektiven und Fachkenntnissen, was die Qualität und Relevanz der entwickelten Datenprodukte erhöht.
  4. Schrittweise Reifeentwicklung:
    • Vorteil: Das Hub & Spoke Model erlaubt eine stufenweise Transformation der Organisation, die an den jeweiligen Reifegrad angepasst ist.
    • Erläuterung: Dadurch wird sichergestellt, dass die Organisation und ihre Mitarbeiter nicht überfordert werden, sondern sich kontinuierlich weiterentwickeln können. Dies fördert eine nachhaltige Transformation.
  5. Förderung von Eigenverantwortung und Agilität (Übergang zum Data Mesh):
    • Vorteil: Der Übergang vom Spoke Model hin zum Data Mesh fördert die Autonomie und Innovationskraft innerhalb der Organisation.
    • Erläuterung: Domänen übernehmen Verantwortung für ihre Daten und entwickeln eigenständig Datenprodukte, die für die gesamte Organisation nutzbar sind, was die Effizienz und Agilität erhöht.
  6. Kontinuierliche Weiterentwicklung der Datenkompetenz:
    • Vorteil: Ein begleitendes Data Literacy Programm fördert die kontinuierliche Weiterentwicklung der Datenkompetenz in der gesamten Organisation.
    • Erläuterung: Dies stellt sicher, dass Mitarbeiter befähigt werden, die dateninspirierten Anforderungen zu erfüllen, was die Akzeptanz und den Erfolg der Transformation erhöht.

Durch die Kombination dieser Vorteile bietet das Hub & Spoke Model eine durchdachte und praxisnahe Strategie, um Unternehmen schrittweise und nachhaltig in eine dateninspirierte Zukunft zu führen.

Häufige Fragen zum Hub & Spoke Model

Was ist das Hub & Spoke Model im Datenmanagement?
Das Hub & Spoke Model beschreibt eine Organisationsform, in der ein zentraler Kern (Hub) Expertenwissen, Dateninfrastruktur und strategische Entscheidungen bündelt, während crossfunktionale Teams (Spokes) diese Kompetenz in die Fachbereiche übersetzen. Der Hub sichert Kohärenz und Qualität, die Spokes sichern Nähe zum Geschäft und zum Kunden. Im Datenmanagement dient das Modell als Entwicklungspfad: Es startet zentral und dezentralisiert Verantwortung Schritt für Schritt. Damit unterscheidet es sich von rein zentralen Data-Organisationen ebenso wie von einer sofortigen vollständigen Föderation.
Was macht eine Data Inspired Organisation aus?
Eine Data Inspired Organisation nutzt Daten nicht als nachgelagerten Beleg für bereits gefallene Entscheidungen, sondern als Quelle neuer Fragen, Produkte und Geschäftsmodelle. Der Begriff stammt von Marco Geuer, The Data Economist, und setzt bewusst auf Inspiration statt auf mechanische Steuerung durch Kennzahlen. Entscheidend sind drei Elemente: eine belastbare Dateninfrastruktur, Datenkompetenz in der Breite der Belegschaft und eine Führungskultur, die Widerspruch aus den Daten zulässt. Technik allein erzeugt diesen Zustand nicht.
Welche Rolle spielt der Hub beim Start einer Datenstrategie?
Der Hub ist der initiale Motor der Transformation. Dort entstehen die zentralen Datenquellen, die Standards für Datenqualität und die ersten datengestützten Entscheidungen, an denen sich die Organisation orientiert. Er verhindert, dass parallele Initiativen in den Fachbereichen unkoordiniert nebeneinander laufen und sich widersprechende Kennzahlen erzeugen. Erst wenn diese Basis steht, lohnt die Ausdehnung in die Breite.
Was sind Spokes und warum sind crossfunktionale Teams entscheidend?
Spokes sind crossfunktionale Teams, die einzelne Unternehmensbereiche repräsentieren und mit dem Hub verbunden bleiben. Sie übersetzen zentrale Expertise in die fachliche Realität ihres Bereichs und entwickeln die ersten Datenprodukte gemeinsam mit dem Kunden. Ihre Stärke liegt in der Kombination von Fachwissen, Datenkompetenz und Ergebnisverantwortung in einem Team. Weil sie Anforderungen und Umsetzung zusammenführen, verkürzen sie den Weg von der Idee zum nutzbaren Datenprodukt erheblich.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Übergang zum Data Mesh?
Der Übergang lohnt, wenn die Fachdomänen eigene Datenprodukte verantworten können und die zentralen Standards für Qualität, Governance und Zugriff etabliert sind. Im Data Mesh verantworten die Domänen ihre Daten selbst, entwickeln eigene Datenprodukte und stellen sie der gesamten Organisation bereit. Erfolgt dieser Schritt zu früh, fehlt die gemeinsame Basis und es entstehen neue Datensilos. Erfolgt er zu spät, bremst der zentrale Hub die Geschwindigkeit der Fachbereiche aus.
Welche Rolle spielt ein Data Literacy Programm in der Transformation?
Ein Data Literacy Programm begleitet den gesamten Entwicklungsweg und befähigt die Mitarbeitenden, mit Daten zu arbeiten und Ergebnisse kritisch einzuordnen. Es wirkt als Taktgeber: Der Reifegrad der Organisation kann nur so schnell wachsen wie die Datenkompetenz der Menschen, die sie ausmachen. Neben Methodenwissen entsteht dabei eine Kultur der kontinuierlichen Lernbereitschaft. Ohne dieses Programm bleibt die Transformation ein Projekt der Fachabteilung Data.
Wie vermeiden Unternehmen eine Überforderung der Organisation?
Das Tempo der Transformation folgt dem Reifegrad, nicht dem Ambitionsniveau der Roadmap. Jede Stufe des Hub & Spoke Model liefert einen sichtbaren Nutzen und bereitet zugleich die nächste vor, sodass Fortschritt erlebbar bleibt. Führungskräfte prüfen vor jedem Schritt, ob Datenkompetenz, Infrastruktur und Verantwortungsmodell für die nächste Stufe ausreichen. Diese Taktung erzeugt Anspruch, ohne die Organisation zu überlasten.
Womit sollte das C-Level starten, um das Hub & Spoke Model einzuführen?
Der erste Schritt ist eine ehrliche Standortbestimmung: Wo steht die Organisation heute bei Dateninfrastruktur, Datenqualität und Datenkompetenz? Daraus ergibt sich, ob zunächst ein Hub aufzubauen ist oder ob bereits Spokes in den Fachbereichen starten können. Anschließend wird die Ausbaustufe verbindlich in der Data & AI Strategy verankert, mit klarer Verantwortung, Budget und einem begleitenden Data Literacy Programm. Wer diese Reihenfolge einhält, gewinnt Geschwindigkeit ohne Kontrollverlust.

Transformation zu einer Data Inspired Organisation über das Hub & Spoke Modell in Bildern

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